3 Fragen an… Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren

Logo des Verbandes der freien Lektorinnen und Lektoren, rotes Rechteck senkrecht mit den weißen Buchstaben v, f, l, l

Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Freien Lektorinnen und Lektoren, Felix Wolf, spricht in unserem Interview über die Motivation des Verbandes, Sponsor beim Literaturcamp zu werden und u.a. auch darüber, wie die zunehmende Digitalisierung auf die Arbeit des Verbandes einwirkt.

Was hat den Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL) motiviert, beim Literaturcamp Bonn Sponsor zu werden?

Wir sind ein lebendiger und aktiver Verband, deshalb teilen unsere Mitglieder alle eine tolle Erfahrung: Der Austausch mit anderen bringt immer wieder Inspiration und Energie für die eigene Arbeit. Indem wir uns als Verband an Veranstaltungen wie dem Literaturcamp beteiligen, lernen wir selbst neue Perspektiven kennen – und können gleichzeitig als Sponsor dazu beitragen, dass auch andere diese schöne Erfahrung machen. Am Literaturcamp finden wir übrigens besonders spannend, dass es das innovative Barcamp-Format nutzt. Und dass es so viele unterschiedliche Menschen und Themen zusammenbringt. Das zeigt sich schon bei den anderen Sponsoren: Mit Initiativen wie Bonn.digital oder dem Projekt #17Ziele sehen wir uns in bunter und bester Gesellschaft.

Übrigens suchen wir den Austausch mit anderen auch immer, indem wir mit eigenen Veranstaltungen und Angeboten in die Öffentlichkeit gehen. Die beste Gelegenheit, den VFLL ganz persönlich kennenzulernen, ist jedes Jahr unsere Fachkonferenz im Rahmen der Lektorentage, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. In Podiumsdiskussionen und Workshops widmen wir uns dort aktuellen Fragen rund um die Qualitätssicherung am Text und die Freiberuflichkeit. Die nächsten Lektorentage finden vom 21. bis 23. September 2018 in Nürnberg statt. Den Termin sollte man sich jetzt schon mal vormerken. Aber wir wollen natürlich nicht nur einmal im Jahr netzwerken und freuen uns deshalb auch immer über Gäste bei unseren regionalen Veranstaltungen. In NRW trifft sich zum Beispiel regelmäßig unsere Regionalgruppe Köln/Bonn. Nicht zuletzt sind natürlich auch unsere Onlinekanäle wie Facebook, Twitter und der Lektorenblog Orte für den Austausch mit anderen.

Was ist die Aufgabe und die Intention des VFLL?

Der VFLL ist der Berufsverband für das freie Lektorat im deutschsprachigen Raum. Eines unserer Hauptanliegen ist die Vernetzung freiberuflich tätiger Lektorinnen und Lektoren – auch hier geht es wieder um Austausch. Als Freiberufler arbeiten viele von uns in einem Einzelbüro oder Homeoffice, anders als bei einer Festanstellung ergibt sich der persönliche Kontakt nicht von selbst. Da ist das Verbandsnetzwerk enorm wichtig. Hier können wir uns in fachlichen Fragen weiterbilden und über die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Selbstständigkeit austauschen. Gleichzeitig bietet der Verband Fortbildungen zu diesen Themen an und vertritt seine Mitglieder in der Öffentlichkeit. Wir möchten mit dem VFLL dafür sorgen, unseren Beruf bekannter zu machen und das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie wichtig eine professionelle Qualitätssicherung für Texte ist.

Spielt die zunehmende Digitalisierung eine Rolle bei der Arbeit des Verbandes oder der Mitglieder?

Auf jeden Fall! Zunächst einmal hat die Digitalisierung uns viele neue und sehr spannende Arbeitsbereiche eröffnet. Da ist zuerst natürlich das Selfpublishing zu nennen: Viele unserer Mitglieder arbeiten inzwischen direkt mit Autoren, die ihre Bücher selbst auf den Markt bringen. Aber auch in der Unternehmenskommunikation gibt es für Lektorinnen und Lektoren neue Aufgaben, denn Unternehmen aller Branchen haben heute mehr Möglichkeiten denn je, selbst Inhalte zu publizieren. Diesen vielen neuen Kunden bieten wir mit unserem Online-Lektorenverzeichnis einen praktischen Service: Sie können darin ganz einfach nach den passenden Lektoratsprofis für ihre Veröffentlichungsprojekte suchen.

Felix Wolf, ein Mann mit Brille und Bart, im Porträt zu sehen bis Brust

Felix Wolf, stellvertretender Vorsitzender des VFLL (c) Joy E. Kröger

Die Digitalisierung stellt aber auch neue Anforderungen an die fachlichen Kompetenzen unserer Mitglieder. Neben gedruckten Medien gibt es eine Vielzahl weiterer Veröffentlichungskanäle: E-Books, Webportale, Blogs, Social Media, um nur einige zu nennen. Um Inhalte für all diese Formate passgenau aufbereiten zu können, müssen Textprofis die technischen Voraussetzungen kennen und in ihrer Arbeit berücksichtigen. Es gehört heute zum Alltag vieler Lektorinnen und Lektoren, dass sie einem E-Book unter die Haube gucken, Texte auf Websites für Suchmaschinen optimieren oder Kundenblogs mit WordPress bearbeiten. Für all diese und weitere Anforderungen der Digitalisierung bieten wir unseren Mitgliedern ein umfangreiches Fortbildungsprogramm mit Seminaren, Themenabenden und Workshops an, die natürlich auch Nicht-Mitglieder gern besuchen können.

Mehr über den VFLL erfahren Sie auf der Verbandswebsite www.vfll.de.