3 Fragen an… Bonn.digital

Hier im Interview erzählen Sascha Foerster und Johannes Mirus von Bonn.digital, warum sie das Literaturcamp Bonn erneut unterstützen und warum Digitalisierung und Bildung für sie zusammengehört:

 

Ihr seid zum zweiten Mal Silbersponsor beim Literaturcamp Bonn, was hat euch motiviert?

Sascha: Eigentlich ist unsere Grundmotivation gleich geblieben:
1. Es ist ein Barcamp.
2. Es findet in Bonn statt.
3. Es geht um ein Thema, das uns auch privat interessiert.
Jedes für sich wäre schon eine Überlegung gewesen, sich zu engagieren, alles zusammen ist quasi eine Verpflichtung.

Johannes: Und dann war es letztes Jahr auch noch so wunderbar. Wir haben es sehr genossen, mal auf der „anderen Seite“ zu sitzen und waren begeistert, wie ihr es geschafft habt, so viele Neulinge auf ein Barcamp zu locken. Es war ein Gewinn für Bonn und wird es wieder sein.

Ihr habt das FutureCamp organisiert und euer nächstes BarCamp Bonn hat an einem Tag den Schwerpunkt Bildung – gehört für euch Digitalisierung und Bildung zusammen?

Johannes: Unbedingt und in beide Richtungen. Die Bildung muss digitaler werden – in Methodik und Inhalt. Und das Digitale muss mehr zur Bildung beitragen, zum Beispiel, indem sich Menschen, die sich damit auskennen, Zeit nehmen, um jungen Leuten digitale Medien näher zu bringen, wie das beispielsweise auf dem FutureCamp geschehen ist, wie es aber auch die VHS Bonn mit der Jungen VHS versucht.

Auch im Bereich der Bildungsliteratur ist noch ein weiter Weg zu gehen. Wir fragen uns schon, warum Schüler immer noch dicke Bücher mit sich herumschleppen müssen, wo es ein iPad doch locker auch tun würde. Digitale Medien haben auch den Vorteil, dass man viel interaktiver und multimedialer Themen vermitteln kann. Jugendliche lernen schon heute vermutlich mehr von Bibi und Fynn als von Lehrer Hempel mit seinen Overheadfolien.

Sascha: Digitalisierung kann ja überhaupt gar nicht ohne Bildung gedacht werden. Die Veränderungen passieren so schnell und so umgreifend, dass alle Menschen jeden Tag lernen müssen, ein Leben lang. Das ist eine gesellschaftliche Herausforderung auf allen Ebenen. Und dabei sollten digitale und analoge Medien jeweils zielgerichtet genutzt werden, denn beide haben ihre Werte, ihre Vor- und Nachteile. Bei Barcamps und in Meetups haben wir sehr viel mehr Handwerkszeug zur Bewältigung der Digitalisierung erlernt als beispielsweise in der Institution Universität. Diese beiden Ebenen gilt es aber zu verknüpfen, denn am Ende zählt doch auch der Studienabschluss genau so wie das bei Barcamps erlernte. Vielleicht sollte man Barcamp-Zertifikate einführen.

Johannes Mirus steht links, Sascha Foerster rechts, beide vor einer mit Graffiti besprühten Wand

(von links) Johannes Mirus und Sascha Foerster von Bonn.digital Foto: Nicole Wahl

Beim Thema Lesen ist es eine sehr persönliche Einstellung, ob man E-Books bevorzugt oder das (Papier-) Buch. Wie lest ihr? Gehört für euch zum Lesegenuss das haptische umblättern oder der Papiergeruch?

Johannes:  Sowohl als auch. Ich schätze meinen Kindle sehr, weil er mir erlaubt, zum Einschlafen zu lesen, ohne dass ich groß Licht anhaben muss und damit meine Frau störe. Dass ich die Schriftgröße so einstellen kann, wie ich sie gerade brauche oder mit einem Fingerwisch Stellen markieren kann, die ich später im Internet einfach auslesen kann, sind da schon fast Nebenaspekte. Aber ich bin trotzdem noch genauso großer Fan von Papierbüchern, genieße die haptische Erfahrung und freue mich, wenn mein Bücherregal weiter wächst. Ich vermute, dass ich tatsächlich ziemlich ausgeglichen E- und Nicht-E-Bücher lese.

Sascha: Als Kind und Jugendlicher habe ich sehr viel gelesen. Mit der Installation des Modems hat sich da mein Fokus mit der Zeit deutlich verändert, obschon ich weiterhin sehr viele Bücher gelesen habe, manchmal aus Genuss, oft aber auch aus Pflicht für die Uni, weil es dort die Literatur einfach nicht digital gab, was mich manches Mal frustrierte, wenn eine Fernleihe Wochen dauerte und andere Informationen mit dem berühmten Mausklick verfügbar waren. Bei jedem Umzug habe ich mich auch von vielen Papierbüchern entledigt. Mittlerweile steht nur noch im Regal, was wirklich Wert für mich hat. Meine Lieblingsbücher, zu denen ich eine emotionale Bindung habe, die ja auch durch das Papier irgendwie transportiert wird. Aber viel zu oft ist das Papier auch nur ein Staubfänger geworden, da sollte es eher dem Recycling zugeführt werden, da bin ich wenig emotional im Allgemeinen. Ich bemerke aber auch, wie sich mein Leseverhalten geändert hat: Ich lese mit Sicherheit weiterhin viel, vielleicht sogar mehr als früher. Ich lese aber seltener lange zusammenhängende Texte. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob das negativ ist.

Das Interview zum Silbersponsoring von Bonn.digital beim 1. Bonner Literaturcamp lest ihr hier.

Wer mehr über Johannes und Sascha erfahren will, kann sich auch den nachfolgenden Websites informieren:

Bonn.wiki

Bonn.camp

Bundesstadt.com

Barcampbonn.de

Futurecamp.digital